
Denken Sie einmal an grüne Beeren. Saure grüne Beeren. Was passiert? Das löst nicht gerade euphorische Gedanken in Ihrem Gehirn aus, oder? Ähnlich wenig begeistert sind Sie wahrscheinlich, wenn Ihnen nahe gelegt wird, Sie sollen sich zukünftig vor allem von Gemüse ernähren und endlich Ihren Hintern hoch bekommen und sich mehr bewegen.
Mit solchen Appellen sollen wir dazu gebracht werden, unser Leben zu verändern und überschüssige Pfunde loszuwerden. Dazu ist verdammt viel Willensstärke gefragt.
Aber wieso ist es eigentlich so schwer, den Vorsatz abzunehmen, einige Wochen durchzuhalten?
Haben Sie einmal versucht, einen klaren Gedanken bezüglich Ihrer Gesundheit zu fassen, während Sie vor dem Süßwarenregal im Supermarkt standen? Oder während Sie hungrig durch die Fussgängerzone schlenderten? Oder während Sie an einem heißen Sommertag in einem Eiscafé saßen? Wahrscheinlich geht es Ihnen wie den meisten Menschen: In solchen Situationen den guten Vorsätzen treu zu bleiben, ist schwierig. Denn offensichtlich passiert etwas in unserem Hirn, wenn wir ungesunden Verlockungen ausgesetzt sind.
In solchen Situationen findet im Kopf ein Kampf statt. Der eine Kämpfer heisst Vernunft. Sie kennt hundert Gründe dafür, wieso Diät halten sinnvoll ist. Doch gegen wen oder was kämpft man in solchen Situation eigentlich an?
Eines wissen wir: Seine Waffen sind Schokoriegel, Bratwurst, Eiscreme, Hamburger, Kartoffelchips und viele ähnliche Verführungskünstler. Die meisten von Ihnen aus dem Arsenal der Lebensmittelindustrie. Schon in wenigen Sekunden können sie meins sein! Arterienverkalkung, Alzheimer, Diabetes – ach was – diese eine kleine Sünde wird daran schon nicht schuld sein.
In diesem Moment haben wir den Kampf verloren, weil die verführerischen Sünden uns eine Belohnung versprechen, die uns alle Gefahren vergessen lässt. Empfänglich für sie ist ein kleiner Bereich in unserem Gehirn, der Nucleus accumbens genannt wird. Oder zu deutsch: Das Belohnungssystem.
Wir müssen also bei unserem Gehirn ansetzen, wenn wir langfristig einen gesunden Lebensstil pflegen wollen. Dazu müssen wir verstehen, wieso unser Gehirn so funktioniert, wie es funktioniert. Das nötige Wissen ist dann unser passendes Vehikel. Mit einem Segelboot kann man auch gegen den Wind fahren. Man muss nur wissen, wie es geht.
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