Hirnforschung

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Was haben Weihnachtsplätzchen, neue Schuhe, ein Kinderlächeln und guter Sex gemeinsam? Sie machen uns glücklich! Verantwortlich dafür sind bio-chemische Prozesse, die in unserem Gehirn ablaufen, wenn der Zucker in unsere Blutbahnen kommt, wenn das Bild von Schuhen oder Kind auf unsere Netzhaut trifft oder eben wenn, … naja, Sie wissen schon.

Vereinfacht kann man sich das vorstellen wie klitzekleine Stromstöße, die in einer bestimmten Hirnregion ausgelöst werden. Das kribbelt dann und erfreut uns. Diese Hirnregion wurde früher Lustsystem genannt. Heute wird sie meistens als Belohnungssystem bezeichnet. Neugierige Forscher haben sich bereits vor fast 60 Jahren gefragt, was wohl passiert, wenn man dieses elektrische Kribbeln ganz gezielt bewirkt. Das Ergebnis war höchst erstaunlich!

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Im Team fällt Manches sehr viel leichter als alleine. Das liegt unter anderem daran, dass man sich gegenseitig motivieren und mitreißen kann. Besonders eindrücklich zeigen das vor ihren Spielen die “All Blacks”, die neuseeländische Rugby-Nationalmannschaft. Vor dem denkwürdigen Finalspiel, durch dessen Sieg die All Blacks vor kurzem Weltmeister wurden, haben sie wie immer den traditionellen “Haka” aufgeführt und sich gegenseitig zu einer leidenschaftlichen Leistung mitgerissen. Auch wenn es Manchen erheitern mag, die psychologische Wirkung kann man in jedem Fall nachvollziehen.

Beim Abnehmen ist es auch so, dass man erfolgreicher ist, wenn man von Gleichgesinnten mitgerissen wird. Die Gegner sind in diesem Fall alltägliche Verführungen. Gegen diese muss man bestehen, wenn die Pfunde weichen sollen.

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Haben Sie eigentlich schon einmal darüber nachgedacht, was hinter dem oft unbändigen Verlangen nach Süßem, Salzigem oder Fettigem steckt? Echter Hunger ist es ganz offensichtlich in den meisten Fällen nicht. Eher schon Lust. Oder Gelüste. Charakteristisch für das fast schon triebhafte Begehren des Schokoriegels, der Pommes oder der Sahnetorte ist, dass die Vernunft kaum eine Chance hat, einzuschreiten.

Hinter diesem Phänomen steckt das Gehirn. Genauer gesagt ein Teil des Gehirns, der überwiegend in unserem Unbewussten agiert. Der Zucker, das Salz und das Fett lassen im Gehirn Hormone strömen, die uns glücklich machen. Kurzfristig zumindest. Dopamin und Serotonin sind die wichtigsten der Botenstoffe, die unsere graue Hirnmasse in dieses wohlige Glücksgefühl tauchen, nach dem es geradezu süchtig ist. Ist das Verlangen erst einmal entfacht, finden die besten Vorsätze kein Gehör mehr. Der eisernste Wille hat dann kaum mehr eine Chance. Schade, dass die meisten Diäten diesen Aspekt vollkommen ignorieren. Wer abnehmen will, muss sich jedoch mit den Eigenheiten des Gehirns vertraut machen und verstehen, wie man diese austricksen kann.

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Wieso Veränderungen manchmal so schwer fallen

Wir wollten wissen, wieso es manchmal so schwer fällt, fest vorgenommene Veränderungen umzusetzen. Der Diplom-Psychologe Dr. Michael Gestmann erklärt es uns. Stichwort: Selbstregulierung.

Das Homöostase-Prinzip

Unserem Körper, unserem Gehirn und unserem Verhalten ist die Tendenz zu eigen, innerhalb bestimmter enger Grenzen gleich bleiben und in diesen Bereich zurückkehren zu wollen, sobald Veränderungen stattfinden – und das ist auch gut so. Stellen Sie sich vor, Ihre Körpertemperatur würde sich um zehn Prozent nach oben oder unten verändern – Sie wären sofort in Schwierigkeiten. Dieser innere Widerstand gegenüber Veränderungen wird Homöostase genannt, das Ziel ist der Zustand der Ausgeglichenheit.

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Knapp 38 Prozent der Teilnehmer einer kleinen Umfrage, die wir auf facebook durchgeführt haben, besitzen einen eigenen Gemüsegarten oder haben Zugang zu einem. Sie liegen damit voll im Trend. Denn immer mehr Menschen suchen das Naturerlebnis im eigenen Schrebergarten. Vor allem junge Familien entdecken den Kleingarten für sich. Stolze 64 Prozent aller Pächter, die seit dem Jahr 2000 einen Garten übernommen haben, sind jünger als 55 Jahre.

Gartenzwerge haben in ihren Lifestyle-Oasen nichts mehr zu suchen. (Mit dem Bild zu diesem Beitrag wollen wir daher kurz auf das drohende Aussterben dieser Gattung hinweisen. Aber wirklich nur kurz). Denn wo gärtnern “Flower-Lounging” heißt, ist für die Vertreter einstiger Gartenidylle kein Platz mehr. Das Abnehmen der Gartenzwerge ist also eine Begleiterscheinung eines neuen Verständnisses für Natur.

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Um  besser zu verstehen, wieso uns Veränderungen jeglicher Art so schwer fallen, führen wir unseren virtuellen Parkspaziergang vom letzten Mal fort. Vom Riesenrad aus sehen die Besucher Spuren im Schnee, die alles andere als optimal durch den Park führen. Eine davon führt zum Souvenirshop.

Interessant ist, was passiert, wenn dieser geschlossen bleibt und nebendran eine mobile Bude aufmacht. Die Besucher benutzen den alten Trampelpfad zum Shop und verlängern ihn einfach bis zur neuen Bude. Auch wenn es theoretisch besser wäre, einen neuen Weg zu bahnen. So funktioniert auch unser Gehirn. Was dabei passiert nennen wir “lernen”. Neue Eindrücke und Erkenntnisse bauen auf bestehenden auf und verändern unsere Handlungsmuster ein kleines bisschen. Machen wir Erfahrungen immer wieder, verfestigen sich die Muster. Viele kleine Wahrnehmungen (einzelne Schritte) spielen da ebenso eine Rolle wie wenige einschneidende Erlebnisse (wenn das Räumfahrzeug einen Weg bahnt).

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Die Hirnforschung hilft uns zu verstehen, wieso wir so träge Gewohnheitstiere sind. Ein besonders anschauliches Bild zeichnet Professor Manfred Spitzer. Er vergleicht die Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen – und die im Gehirn gespeichert sind – mit Spuren, die die Besucher eines Parks hinterlassen. Zur besseren Veranschaulichung stellen wir uns vor, dass es Winter ist und in dem Park eine geschlossene Schneedecke liegt.

Die Besucher kommen durch das Eingangstor in den Park. Weil es kalt ist, finden sie schnell den Weg zum Glühweinstand und von dort – nachvollziehbarerweise – zum WC. Kurz vor Weihnachten kommt für einige der Souvenirshop des Parks gerade recht. Es führt eine Spur also auch dorthin. Weiterlesen »

Versetzen Sie sich einmal in den Alltag eines Ihrer steinzeitlichen Vorfahren. Sie streifen durch den Wald und essen Beeren. Grüne, saure Beeren. Dann sehen Sie eine blaue Beere und probieren sie. Wow, potzblitz, die ist zuckersüß. Sie schlecken sich die Lippen wie ein kleines Kätzchen. Ihr Hirn fordert Ihre Augen auf, nach weiteren blauen Beeren Ausschau zu halten. Bei jeder blauen Beere das gleiche: Der Fruchtzucker lässt Ihre Stimmung steigen. Im Hirn ihres Urahns ist in diesem Moment etwas ganz wichtiges für unsere Entwicklung geschehen.

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Denken Sie einmal an grüne Beeren. Saure grüne Beeren. Was passiert? Das löst nicht gerade euphorische Gedanken in Ihrem Gehirn aus, oder? Ähnlich wenig begeistert sind Sie wahrscheinlich, wenn Ihnen nahe gelegt wird, Sie sollen sich zukünftig vor allem von Gemüse ernähren und endlich Ihren Hintern hoch bekommen und sich mehr bewegen.

Mit solchen Appellen sollen wir dazu gebracht werden, unser Leben zu verändern und überschüssige Pfunde loszuwerden. Dazu ist verdammt viel Willensstärke gefragt.

Aber wieso ist es eigentlich so schwer, den Vorsatz abzunehmen, einige Wochen durchzuhalten?

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