Hirnforschung

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Manche Tage bleiben einem ein Leben lang in Erinnerung. Ich erlebte so einen Tag, als meine Waage eines Morgens nie dagewesene 98,3 kg anzeigte. Das war als schlüge mir der heiße Atem eines bösen Feindes entgegen – meines drei­stelligen Feindes. Das war der Moment, der mein Leben verändern sollte. Ich wollte kein fetter Sack mehr sein. Ich beschloss abzunehmen und stieg von der Waage. Doch kaum stand ich wieder mit beiden Beinen auf dem Fliesenboden, meldete sich eine fordernde Stimme in meinem Kopf, die sagte: “Aber auf die gewohnten Genüsse willst du hoffentlich nicht verzichten!”. Na, das konnte ja heiter werden!

Mir war schnell klar, dass ich keine Diät machen wollte. Denn die würde sicher auch bei mir mit dem Jojo-Effekt enden. Aber wieso scheitern die meisten Diäten eigentlich? Am Anfang ist doch fast immer der Wille da, sie durch­zu­ziehen. Und viele nehmen auch etliche Kilos ab. Aber eben im Laufe der Zeit auch wieder zu. Die Jojo-geplagten Menschen, die ich kenne, beklagten meist ihre fehlende Willensstärke. Das konnte es dann ja nicht sein. Ich hatte keine Lust, mich ein Leben lang mit Willenskraft gegen Übergewicht zu wehren. Das musste auch anders gehen.

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Um  besser zu verstehen, wieso uns Veränderungen jeglicher Art so schwer fallen, führen wir unseren virtuellen Parkspaziergang vom letzten Mal fort. Vom Riesenrad aus sehen die Besucher Spuren im Schnee, die alles andere als optimal durch den Park führen. Eine davon führt zum Souvenirshop.

Interessant ist, was passiert, wenn dieser geschlossen bleibt und nebendran eine mobile Bude aufmacht. Die Besucher benutzen den alten Trampelpfad zum Shop und verlängern ihn einfach bis zur neuen Bude. Auch wenn es theoretisch besser wäre, einen neuen Weg zu bahnen. So funktioniert auch unser Gehirn. Was dabei passiert nennen wir “lernen”. Neue Eindrücke und Erkenntnisse bauen auf bestehenden auf und verändern unsere Handlungsmuster ein kleines bisschen. Machen wir Erfahrungen immer wieder, verfestigen sich die Muster. Viele kleine Wahrnehmungen (einzelne Schritte) spielen da ebenso eine Rolle wie wenige einschneidende Erlebnisse (wenn das Räumfahrzeug einen Weg bahnt).

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Die Hirnforschung hilft uns zu verstehen, wieso wir so träge Gewohnheitstiere sind. Ein besonders anschauliches Bild zeichnet Professor Manfred Spitzer. Er vergleicht die Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen – und die im Gehirn gespeichert sind – mit Spuren, die die Besucher eines Parks hinterlassen. Zur besseren Veranschaulichung stellen wir uns vor, dass es Winter ist und in dem Park eine geschlossene Schneedecke liegt.

Die Besucher kommen durch das Eingangstor in den Park. Weil es kalt ist, finden sie schnell den Weg zum Glühweinstand und von dort – nachvollziehbarerweise – zum WC. Kurz vor Weihnachten kommt für einige der Souvenirshop des Parks gerade recht. Es führt eine Spur also auch dorthin. Weiterlesen »

Irrungen, Wirrungen, Verschleierungen? Manchmal beschleicht mich das Gefühl, die Diätbranche wolle uns bewusst in die Irre führen. Z.B. wenn neue Forschungsergebnisse veröffentlicht werden. Oder wenn in Talk-Shows leidenschaftlich gestritten wird, ob nun Fett oder Kohlenhydrate die schlimmeren Dickmacher sind.

Ganz schnell passiert es dann auch Journalisten und Experten, dass sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Nämlich, dass es beim Abnehmen nur auf die Kalorien ankommt. “Ah! Diese kleinen Biester, die nachts unsere Kleider enger nähen?” Naja, so ähnlich.

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Was haben Weihnachtsplätzchen, neue Schuhe, ein Kinderlächeln und guter Sex gemeinsam? Sie machen uns glücklich! Verantwortlich dafür sind bio-chemische Prozesse, die in unserem Gehirn ablaufen, wenn Zucker in unsere Blutbahnen kommt, wenn das Bild von Schuhen oder Kind auf unsere Netzhaut trifft oder eben wenn, … naja, Sie wissen schon.

Vereinfacht kann man sich das vorstellen wie klitzekleine Stromstöße, die in einer bestimmten Hirnregion ausgelöst werden. Das kribbelt dann und erfreut uns. Diese Hirnregion wurde früher Lustsystem genannt. Heute wird sie meistens als Belohnungssystem bezeichnet. Neugierige Forscher haben sich bereits vor fast 60 Jahren gefragt, was wohl passiert, wenn man dieses elektrische Kribbeln ganz gezielt bewirkt. Das Ergebnis war höchst erstaunlich!

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Im Team fällt Manches sehr viel leichter als alleine. Das liegt unter anderem daran, dass man sich gegenseitig motivieren und mitreißen kann. Besonders eindrücklich zeigen das vor ihren Spielen die “All Blacks”, die neuseeländische Rugby-Nationalmannschaft. Vor dem denkwürdigen Finalspiel, durch dessen Sieg die All Blacks 2011 Weltmeister wurden, haben sie wie immer den traditionellen “Haka” aufgeführt und sich gegenseitig zu einer leidenschaftlichen Leistung mitgerissen. Auch wenn es Manchen erheitern mag, die psychologische Wirkung kann man in jedem Fall nachvollziehen.

Beim Abnehmen ist es auch so, dass man erfolgreicher ist, wenn man von Gleichgesinnten mitgerissen wird. Die Gegner sind in diesem Fall alltägliche Verführungen. Gegen diese muss man bestehen, wenn die Pfunde weichen sollen.

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Haben Sie eigentlich schon einmal darüber nachgedacht, was hinter dem oft unbändigen Verlangen nach Süßem, Salzigem oder Fettigem steckt? Echter Hunger ist es ganz offensichtlich in den meisten Fällen nicht. Eher schon Lust. Oder Gelüste. Charakteristisch für das fast schon triebhafte Begehren des Schokoriegels, der Pommes oder der Sahnetorte ist, dass die Vernunft kaum eine Chance hat, einzuschreiten.

Hinter diesem Phänomen steckt das Gehirn. Genauer gesagt ein Teil des Gehirns, der überwiegend in unserem Unbewussten agiert. Der Zucker, das Salz und das Fett lassen im Gehirn Hormone strömen, die uns glücklich machen. Kurzfristig zumindest. Dopamin und Serotonin sind die wichtigsten der Botenstoffe, die unsere graue Hirnmasse in dieses wohlige Glücksgefühl tauchen, nach dem es geradezu süchtig ist. Ist das Verlangen erst einmal entfacht, finden die besten Vorsätze kein Gehör mehr. Der eisernste Wille hat dann kaum mehr eine Chance. Schade, dass die meisten Diäten diesen Aspekt vollkommen ignorieren. Wer abnehmen will, muss sich jedoch mit den Eigenheiten des Gehirns vertraut machen und verstehen, wie man diese austricksen kann.

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Wieso Veränderungen manchmal so schwer fallen

Wir wollten wissen, wieso es manchmal so schwer fällt, fest vorgenommene Veränderungen umzusetzen. Der Diplom-Psychologe Dr. Michael Gestmann erklärt es uns. Stichwort: Selbstregulierung.

Das Homöostase-Prinzip

Unserem Körper, unserem Gehirn und unserem Verhalten ist die Tendenz zu eigen, innerhalb bestimmter enger Grenzen gleich bleiben und in diesen Bereich zurückkehren zu wollen, sobald Veränderungen stattfinden – und das ist auch gut so. Stellen Sie sich vor, Ihre Körpertemperatur würde sich um zehn Prozent nach oben oder unten verändern – Sie wären sofort in Schwierigkeiten. Dieser innere Widerstand gegenüber Veränderungen wird Homöostase genannt, das Ziel ist der Zustand der Ausgeglichenheit.

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Knapp 38 Prozent der Teilnehmer einer kleinen Umfrage, die wir auf facebook durchgeführt haben, besitzen einen eigenen Gemüsegarten oder haben Zugang zu einem. Sie liegen damit voll im Trend. Denn immer mehr Menschen suchen das Naturerlebnis im eigenen Schrebergarten. Vor allem junge Familien entdecken den Kleingarten für sich. Stolze 64 Prozent aller Pächter, die seit dem Jahr 2000 einen Garten übernommen haben, sind jünger als 55 Jahre.

Gartenzwerge haben in ihren Lifestyle-Oasen nichts mehr zu suchen. (Mit dem Bild zu diesem Beitrag wollen wir daher kurz auf das drohende Aussterben dieser Gattung hinweisen. Aber wirklich nur kurz). Denn wo gärtnern “Flower-Lounging” heißt, ist für die Vertreter einstiger Gartenidylle kein Platz mehr. Das Abnehmen der Gartenzwerge ist also eine Begleiterscheinung eines neuen Verständnisses für Natur.

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Versetzen Sie sich einmal in den Alltag eines Ihrer steinzeitlichen Vorfahren. Sie streifen durch den Wald und essen Beeren. Grüne, saure Beeren. Dann sehen Sie eine blaue Beere und probieren sie. Wow, potzblitz, die ist zuckersüß. Sie schlecken sich die Lippen wie ein kleines Kätzchen. Ihr Hirn fordert Ihre Augen auf, nach weiteren blauen Beeren Ausschau zu halten. Bei jeder blauen Beere das gleiche: Der Fruchtzucker lässt Ihre Stimmung steigen. Im Hirn ihres Urahns ist in diesem Moment etwas ganz wichtiges für unsere Entwicklung geschehen.

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