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Endlich wieder Pasta alla Norma

Wenn ich ein tolles Gericht vor mir auf dem Teller habe, mache ich gerne Fotos davon und poste das Rezept dann in unserer Rezeptdatenbank.

Aber gestern Abend hatte ich für solche Kinkerlitzchen keine Zeit. Nach vier langen Jahren sind wir endlich wieder in Sizilien. Klar, dass ich da bei erster Gelegenheit eine meine hiesigen Leibspeisen essen wollte: Pasta alla Norma. Diese Gelegenheit kam sehr schnell - wenige Stunden nach unserer Ankuft. Die Pasta waren dieses Mal Scialatelle, etwas kräftige Nudeln, dicker als Spaghetti aber mit rauherer Oberfläche als Makkaroni. Nicht ganz ideal zur "Sugo alla Norma", weil sie deren feinem Geschmack zuviel Paroli boten. Aber wer will sich beklagen, wenn man in einer lauen Sommernacht im Freien schlemmt.

Tomaten, Auberginen und Basilikum machen "die Norma" aus. Frisch müssen die Zutaten natürlich sein. Farblich wie geschmacklich rundet der zerbrösselte Ricotta Salata das Gericht ab. Allein schon optisch wird es dank ihm zum Leckerbissen - und die Farben der Tricolore vervollständigt er auch noch.

Von den verschiedenen Geschichten über die Herkunft des Names gefällt mir diese am besten: Zu Ehren des in Catania geborenen Komponisten Vincenzo Bellini, der die Oper Norma komponiert hat, verwenden Sizillianer das Wort "norma" gerne als Superlativ für etwas Gutes. Grandiose Nudeln also. Das passt.

Ob die Geschichte nun stimmt oder nicht. Neben dem obligaten großen Tomatensalat als Beilage gab's natürlich Wein. Meine alte Weisheit: Wenn du zum ersten Mal in ein Restaurant gehst, probiere deren Hauswein. Daran erkennst du das kulinarische Niveau des Wirtes. Den halben Liter gab's für 4 Euro. Dafür gibt's zwar keine Sterne oder Gambero Rosso-Gläser, aber lecker und passend war er trotzdem. Ich schätze mal, es war ein Nero d'Avola. Ein Schluck und die im Rebensaft gespeicherte Kraft der südlichen Sonne rinnt die Kehle hinunter. Die perfekte Ergänzung für die Pasta. Denn beide sind sehr bodenständig. Keine Haute Cuisine, sondern einfache Hausmannskost. Sinnbildlich passend zu dieser Insel. Und zu dem Lebensgefühl, das einen hier von der ersten Minute an umgibt.

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