Amygdala
Angstzentrum Amygdala? Überholt!
Angst entsteht in einem Netzwerk aus Körper, Gehirn, Energie und Bedeutung
Warum „Angstzentrum“ nicht zutrifft
Kaum eine Hirnstruktur wurde so oft auf eine einzige Funktion reduziert wie die Amygdala. In populären Darstellungen galt sie lange als „Angstzentrum“ des Gehirns. Dort, so die einfache Vorstellung, werde Gefahr erkannt, dort entstehe Angst, dort werde der Körper in Alarmbereitschaft versetzt.
Diese Vorstellung war nicht aus der Luft gegriffen. Die Amygdala spielt tatsächlich eine wichtige Rolle, wenn Lebewesen aus gefährlichen Erfahrungen lernen. Sie ist beteiligt, wenn neutrale Reize mit Bedrohung verknüpft werden. Sie reagiert auf bestimmte Gesichtsausdrücke, auf überraschende Geräusche, auf Schmerz, auf Unsicherheit und auf Situationen, in denen schnelles Handeln nötig werden könnte.
Das alte Modell hat also einen wahren Kern, bildet die Realität aber nicht adäquat ab. Das liegt an einer unglücklichen Verkürzung. Aus „Die Amygdala ist bei Furcht und Gefahr häufig beteiligt“ wurde im Laufe der Zeit: „Angst sitzt in der Amygdala.“ Die moderne Hirnforschung ordnet die Amygdala in einen viel breiteren Kontext ein.


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