Body & Mind
Body & Mind, Köper und Geist
Wie eng Körper und Gehirn tatsächlich verbunden sind
Eine irreführende Trennung
Körper und Geist werden oft als zwei zwar verbundene, aber doch getrennte Teile des Menschen betrachtet.
Im Körper laufen beispielsweise Verdauung, Herzschlag, Stoffwechsel, Bewegung und Fettverbrennung bzw. -Einlagerungab, wird die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur geregelt, werden Infekte bekämpft und Hormone steuern viele damit verbundene Abläufe oder spielen auch mal verrückt.
Im Kopf denken, fühlen und entscheiden wir, suchen nach Motivation und entwickeln unsere Persönlichkeit.
Diese Trennung entspricht unserer Wahrnehmung, wirkt im Alltag plausibel und stellt daher ein passables Erklärungsmodel dar. Biologisch betrachtet ist sie jedoch irreführend.
Das Gehirn ist kein Gegenüber des Körpers. Es ist ein Teil des gesamten menschlichen Systems. Es arbeitet nicht außerhalb des Organismus, sondern in ihm, mit ihm und für ihn. Es ist in Stoffwechsel, Nervensystem, Hormonhaushalt, Kreislauf, Immunsystem, Atmung und Verdauung eingebettet. Wer Gehirn und Körper gedanklich trennt, zerlegt etwas, das in der Wirklichkeit fortlaufend zusammenarbeitet. Und zwar weit über den in Mode gekommenen Vagusnerv hinaus.
Hier setzt ein zentraler Gedanke der jüngeren Hirnforschung an, wie ihn etwa Lisa Feldman Barrett prägnant formuliert hat: Das Gehirn ist nicht primär dafür da, zu denken. Seine wichtigste Aufgabe besteht darin, den Körper vorausschauend zu regulieren und dadurch das Überleben und die Handlungsfähigkeit zu sichern.
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