Gehirn und Körper: Ein System
Gehirn und Körper: ein System
Wie Psyche und Körper verbunden sind
Viele Menschen stellen sich den Menschen im Grunde noch immer zweigeteilt vor. Unten arbeitet der Körper: Er verdaut, bewegt sich, lagert Fett ein oder baut es ab, reguliert die Körpertemperatur, bekämpft Infekte und hält den Stoffwechsel am Laufen. Oben sitzt der Kopf: Dort wird gedacht, entschieden, gefühlt, geplant und nach Motivation gesucht.
Diese Vorstellung ist verständlich, weil sie unserer Alltagserfahrung entspricht. Wir spüren ja meist nicht bewusst, wie Verdauung, Blutdruck, Hormonlage oder Immunprozesse gerade ablaufen. Dagegen erleben wir Gedanken, Sorgen, Wünsche und Gefühle viel direkter. Genau deshalb wirkt die Trennung zwischen Körper und Geist zunächst plausibel.
Das Problem ist nur: Sie beschreibt den Menschen nicht besonders treffend.
Denn das Gehirn ist kein Beobachter außerhalb des Körpers. Es ist Teil desselben Systems. Es arbeitet nicht losgelöst vom Organismus, sondern mitten in ihm. Es ist mit Stoffwechsel, Nervensystem, Kreislauf, Hormonhaushalt, Immunsystem, Atmung und Verdauung eng verflochten.
Wer Körper und Gehirn getrennt voneinander und trendmässig durch den Vagusverv verbunden betrachtet, macht sich die Sache zwar einfacher, aber nicht richtiger – und nicht besser hinsichtlich Lösungen für wahrgenommene Probleme wie Stress, Müdigkeit, Überlastung usw.
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