Der Vagusnerv
Der Vagusnerv
Die zentrale Verbindung zwischen Körper und Gehirn
Hype in den sozialen Medien
Wer sich in sozialen Medien mit Stress, Erschöpfung, Verdauung, Trauma oder innerer Unruhe beschäftigt, stößt früher oder später auf den Vagusnerv. Dort erscheint er oft als „Beruhigungsnerv“, als „Reset-Knopf“ des Nervensystems oder als direkter Weg zurück in Ruhe, Sicherheit und Balance.
Die Botschaft lautet meist: Wenn man richtig atmet, summt, gurgelt, kalt duscht oder bestimmte Körperstellen stimuliert, „aktiviert“ man den Vagusnerv – und reguliert damit fast automatisch Körper und Psyche.
Diese Erzählung knüpft an reale Funktionen des Vagusnervs an, verdichtet sie aber zu einer (zu) einfachen, eingängigen Geschichte.
Dass diese Geschichte so erfolgreich ist, hat gute Gründe. Sie gibt vielen Menschen erstmals eine verständliche Sprache für etwas, das sie längst spüren: dass innere Zustände sich nicht nur in Atmung, Herzschlag, Bauchgefühl, Anspannung und Erschöpfung ausdrücken, sondern eine Verbindung zum Denken und Fühlen im Gehirn haben. Und sie vermittelt Hoffnung, weil sie praktische Ansatzpunkte anbietet. Darin liegt ihre Stärke.
Problematisch wird es allerdings, wenn trotz Befolgung aller einfachen Tipps und Tricks keine nachhaltige Verbesserung des Grundzustands eintritt.
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